Freiverkauf » Graphik » Objekt-Nr.: 152958

Kategorie : Graphik
Technik : Kupferstich
Material : Papier
Art: : Landschaft
Land: : Deutschland
Alter: : 19. Jahrhundert

Limit
:
400,00 €

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Christian Haldenwang (1770 - 1831) - 1 Paar Kupferstiche auf Papier, "Wasserfall nach Jacob Salomonsz van Ruisdael, 1. und 2. Blatt", Blatt 1 datiert 1829, Blatt 2 beschriftet: "unvollendete Arbeit von C. Haldenwang, vollendet von L. Schnell in Darmstadt"

beide Arbeiten gewidmet den königlichen Hoheiten Großherzogin Soghie von Baden und seiner Hoheit dem Markgrafen Leopold zu Baden; Blatt 1: guter Zustand und rechts unten in der Platte signiert; Blatt 2: im unteren Blattbereich Bruchstellen und ausserhalb der Darstellung gebräunt. Zeitgenössische Blattgoldrahmung, z.Tl. minmal bestoßen. Abbildungsmaße ca.: 41cm x 35cm, Gesamtmaße: 68cm x 61,5cm

Christian Haldenwang (1770 - 1831)

geboren am 14.5.1770 zu Durlach i. B. - gestorben am 27.6.1831 zu Rippoldsau

Deutscher Kupferstecher, Schüler von Christ. v. Mechel in Basel war er 10 Jahre dessen Mitarbeiter, kam 1796 als vorzüglicher Vertreter der Aquatinta-Manier nach Dessau, um hier für die chalcographische Gesellschaft zu arbeiten, und wurde 1804 vom Großherzog nach Karlsruhe berufen, wo er fortan als Hofkupferstecher wirkte. Er war vor allem Landschaftsstecher, seine Hauptwerke sind die 4 Bl. der Tageszeiten nach den ehemals in Cassel, jetzt in der Ermitage zu Petersburg befindl. Gemälden des Cl. Lorrain (von Goethe gelobt; vgl. Tag- u. Jahreshefte 1820 p. 167 f.), 2 Bl. Wasserfälle nach Ruisdael (das 2. nach seinem Tode durch seinen Schüler und Schwiegersohn L. Schnell vollendet, nachdem die Witwe 100 Abzüge hatte machen lassen), und Blätter nach Cl. Lorrain, F. Grimaldi und Poussin für das Kupferwerk Musée Français, Paris 1803/9. H.s zahlreiche Stiche und Aquatintablätter, am vollzähligsten von Le Blanc aufgezählt (53 Nummern), geben Landschaftsdarstell. aus der Schweiz, Österreich, Baden (u. a. Heidelberger Schloß), von Dessau u. Wörlitz, aus Schlesien u. der Umgebung von Danzig (nach Zeichnungen von Hinkel u. Breysig) und Oliva wieder. Aquatintablätter sind „Der Wetterstrahl“ nach dem Gemälde Ph. Hackerts in Wörlitz und „Schiffbruch“ nach J. Vernet ebenda, ferner Schillerdenkmal (n. Mechau u. Klinsky, 1807) und Gedenktempel für Kant nach Janus Genelli (beide mit heroischen Landschaften). Dem Verzeichnis Le Blanc‘s, das zu ergänzen ist durch Füßli u. Nagler, sind außerdem hinzuzufügen die Stiche nach W. Merck (Herrenbau in Auerbach, Hessen) und nach Schilbach (Gegend bei Weinheim, Rheinpfalz). Stiche von ihm finden sich auch in Kalendern und Büchern, z. B. dem „Rhein. Taschenbuch“ (Frankfurt a. M.) und in dem französ. Kupferwerk „Delille, L‘Homme des champs ...“, Paris 1805. Nach Nagler hat H. nur ein Blatt, eine Waldstudie im Geschmacke Wynants, mit seinen Initialen C.H. versehen u. hat in seiner frühen Zeit kleinere Arbeiten für Almanache u. dgl. „Hldw. Sc.“ bezeichnet. Er nahm sich die Stiche Woollet‘s zum Muster; Woltmann sagt von seinen Arbeiten, daß sie sich weniger durch Kraft des Vortrags als durch Klarheit und feine Lichtwirkung auszeichnen. Zu seinen Dessauer Schülern gehörte F. v. Olivier, zu den Karlsruhern C. L. Frommel. – H.s Sohn Friedrich, als Landschaftsstecher vom Vater ausgebildet, starb 20 jährig 1820. (2 Bl. von ihm verzeichnet Weigel‘s Katal.) H.s Bildnis ist gez. und gestochen 1827 von C. Schüler. Füßli, Kstlerlex., 2. T., 1806ff. – Neuer Nekrolog der Deutschen, X (1832) 1. Teil p. 4ff. – Nagler, Kstlerlex., V; ders., Monogr., III. – Le Blanc, Manuel, II. – Heller-Andresen, Handb. f. Kupferst: Sammler, I (1870). – Woltmann in Allg. dtsche Biogr., X. – Raczynski, Gesch. d. mod. Kst, II (1840). – Naumanns Arch. f. d. zeichn. Kste, X (1864) 89, 95. – Kstblatt, 1820/33. – Dioskuren, 1860 p. 29 f. – Mitteil. z. Gesch. d. Heidelb. Schlosses, IV (1899) 13f. – Katal. Berliner Akad.Ausst., 1798 p. 80–84. – Publikationen der chalkograph. Gesellsch. in Dessau (1796–1806) No 128–132. – Cohen, Livres à Grav. 18e siècle, 1912. – Bibliotheca Bavar. (Lagerkat. Lentner, München), 1911 No 10972. – Weigel‘s Kstkatal. Leipzig 1838–66, V Reg. Literatur: Thieme/Becker