Auktion (215) » Gemälde » Katalog-Nr.: 9

Kategorie : Gemälde
Technik : Öl
Material : Leinwand
Art: : Landschaft
Land: : Deutschland
Alter: : 20. Jahrhundert

Limit
:
700,00 €

Theodor Herrmann (1881 - 1926) - Öl auf Leinwand, "Schneeschmelze im Wald", um 1920

unten rechts signiert, guter Erhaltungszustand, originale schwarze Eichenholzrahmung, Bildmaße: 98cm x 81cm, Gesamtmaße: 131cm x 111cm

Theodor Herrmann (1881 - 1926)

geboren am 27.7.1881 in Stade - gestorben am 15.12.1926 in Bremen

Deutscher Landschaftsmaler, Graphiker, Illustrator und Kunstgewerbler. Ab 1897 konnte er mit kirchlicher Unterstützung sein Kunststudium an der Königlichen Akademie in Weimar aufnehmen. Zwei Jahre später wechselte er an die Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Wenig später folgte er seinem Mentor Professor Graf von Kalckreuth nach Stuttgart, wo er 1901 sein Studium abschloß. Nach mehreren Kunstwanderjahren im Elbe-Weser-Raum ließ er sich 1906 in Hamburg nieder. Hier schuf er vor allem Buchillustrationen für große Hamburger und Bremer Verlage (u.a. Mitarbeiter der Zeitschrift "Niedersachsen"). Daneben fertigte er Steindrucke an und versuchte, sich als Maler weiter zu profilieren. 1906/07 als Zeichner und Bühnenausstatter in München bei den "Deutschen Märchenspielen" tätig. Gemeinsam mit Hans Müller-Brauel erfolgte 1907 die Gründung des Kunstgewerbehauses Sachsenheim in Zeven, das jedoch schon 1910 wieder aufgelöst wurde. 1911-13 In Charlottenburg am Schiller- und Lessing-Theater als Bühnenausstatter und Theatermaler tätig. Nach Ende des I. Weltkrieges ließ er sich in Bremen nieder. 1923 Heirat mit Friedel Müller-Grote in Bremen, kurz darauf Studienreisen nach Swinemünde, an den Rhein, zum Bodensee und nach Italien. 1926 längere Zeit auf der Insel Reichenau im Bodensee wohnhaft, da ihm die Ausmalung des Schlosses Königsegg mit großen Wandgemälden übertragen worden war. Danach folgte eine Reise nach Venedig. Zu seinen Vorbildern zählten insbesondere die Worpsweder Maler Heinrich Vogler und Fritz Mackensen. Um die Jahrhundertwende noch dem Jugendstil verhaftet, entwarf er zahlreiche Zeichnungen für kunstgewerbliche Produkte. Sein eigentliches Ziel, Landschaftsmaler zu werden, erreichte er erst in den 20er Jahren. Nach dem Verlust seiner Werke im II. Weltkrieg blieb nur noch wenig übrig, und der Künstler geriet ins Vergessen. Das "Theodor-Herrmann-Zimmer" auf der Stader Insel dokumentiert mit seinen Gemälden und Lithographien, Buchillustrationen, Exlibris, Entwurfszeichnungen und Postkarten die Vielseitigkeit und das Können Herrmanns. Literatur: Vollmer, Band II (E-J), Seite 430.