Auktion (215) » Gemälde » Katalog-Nr.: 29

Kategorie : Gemälde
Technik : Öl
Material : Malkarton
Art: : Figuren
Land: : Deutschland
Alter: : 20. Jahrhundert

Limit
:
400,00 €

Ernst Müller-Scheeßel (1863 - 1936), Öl auf Malkarton, "Festliche Gesellschaft mit Klavierspieler"

oben rechts signiert, WVZ. Nr. 6270, verso Notizen des Künstlers zum Bild und Klebezettel mit Archivnummer 316, goldfarbener Prunkrahmen, Bildmaße: 23,5 x 38,5cm, Gesamtmaße: 41cm x 55,5cm

Ernst Müller-Scheeßel (1863 - 1936)

geboren am 24.4.1863 in Scheeßel (Hannover) - gestorben am 11.12.1936 in Bremen

Deutscher Maler, Graphiker und Kunstgewerbler. Seine Kinder- und Jugendzeit verlebt Ernst Müller in Scheeßel, dann besucht er die Kunstschule in Hannover und die Kunstgewerbeschule in Berlin, wo er gleichzeitig eine Ausbildung zum Glasmaler absolviert. Die dort erworbenen Fähigkeiten setzt er bei der Ausschmückung von Kirchen in Kanada ein, wohin er 1888 auswanderte. 1896 studiert er dann an der Münchener Malschule von Anton Azbe. 1897 läßt er sich in Bremen nieder und heiratet 1903 Emilie Roselius. 1904 ist er Mitbegründer des "Vereins für Niedersächsisches Volkstum", 1905 begründet er den Heimatverein "Niedersachsen" Scheeßel mit. 1908 errichtet er das Scheeßeler Kunstgewerbehaus auf dem Meyerhof. Künstlerisch ist er vor allem als Maler tätig, als Möbeldesigner sowie auch als Illustrator der Zeitschrift "Niedersachsen", die er ebenfalls mitbegründete. 1910 bezieht er ein Atelier im Roselius-Haus in der Bremer Böttcherstraße, wo in den nachfolgenden Jahrzehnten Schilderungen der Hansestadt, ihrer Häfen und historischen Viertel entstehen. In der Böttcherstraße wird auch 1913 ein erster umfassender Querschnitt seines Schaffens gezeigt mit ca. 150 Werken in Öl, Aquarell und Gouache sowie mit Beispielen seiner Tätigkeit als Möbelentwerfer. 1918 begründet er den Bremer Künstlerbund, sowie 1919 die Volkshochschule, an der er selber Lehrer für niederdeutsches Kunstgewerbe ist. Gleichzeitig lehrt er Aquarellieren und Glasmalerei an der Kunstgewerbeschule Bremen. Besondere Ehrungen: 1933 wird ihm die Verleihung der Goldenen Plakette durch den "Verein für Niedersächsisches Volkstum" zuteil, 1934 wird er vom Bremer Senat zum Professor ernannt und an die spätere "Hochschule für Künste" berufen. Das malerische und graphische Werk ist reichhaltig und vielseitig mit Motiven vor allem in Scheeßel und Umgebung. Sein künstlerisches Anliegen waren nicht Farb- und Formexperimente, sondern das Gesehene im Bild zu bewahren und dem Betrachter die Schönheit und Besonderheit der norddeutschen Landschaft und der ländlichen Kultur zu vermitteln. Literatur: Thieme Becker, Band XXV (Moehring-Olivié), Seite 276.